In einer Motorrad-Community wurde ich gefragt, warum Kurvenfokus den Schräglagenwinkel berechnet und nicht eine Kombination aus Sensoren und Berechnung verwendet. Gute Frage – und die Antwort erklärt gleichzeitig, warum das Feature bewusst als Beta markiert ist.
Das Problem mit Bike-Sensoren
Viele moderne Motorräder haben IMU-Sensoren verbaut – Schräglage, Gier, Beschleunigung. Aber die Hersteller dokumentieren diese Datenpunkte nicht öffentlich. Und schon gar nicht bekommt man sie in Echtzeit über die Diagnose-Schnittstelle. Das bleibt alles hinter verschlossenen Türen.
Was wir stattdessen nutzen
Wir arbeiten mit dem, was Fahrer tatsächlich regelmäßig dabei haben – Smartphone oder GPS-Tracker. Apps wie Calimoto oder Motobit zeichnen leider nur mit ~1 Hz auf (1× pro Sekunde), teilweise sogar unregelmäßiger. Damit kann man grob Kurven erkennen, aber echte Schräglage ist damit Schätzung.
Wie es besser geht
Es gibt dedizierte Race-Tracker mit 10–25 Hz Abtastrate. Die sind gar nicht mal so teuer. Ich fahre selbst einen solchen Tracker – aktuell noch mit 1 Hz, aber der Hersteller kann ihn auf 10 oder sogar 25 Hz freischalten. Mit höherer Abtastrate erkennt man den Kurvenverlauf deutlich präziser.
Deshalb: Schräglage = Beta-Feature
Ich stelle das in der App bewusst als Beta dar. Es ist ein nettes Feature zur Orientierung und zum Vergleich zwischen Touren – aber für kalibrierte, physikalisch präzise Schräglagenwerte braucht man entsprechende Hardware. Das ist keine Schwäche, sondern Ehrlichkeit.
Wo die Reise hingeht
Mein Ziel ist, dass man seine gefahrene Linie und die berechnete Ideallinie visualisieren kann – z.B. über Google Street View 360° als eine Art POV-Modus. Oder wenn du mit einer 360°-Cam fährst, siehst du deine Linie vs. Ideallinie direkt auf deinem Videomaterial.
"Das ist der Geist hinter Kurvenfokus: transparent über Grenzen sprechen, gleichzeitig zeigen, was möglich ist – und den Weg dorthin offen dokumentieren."